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Ergotherapie

Für Eltern

UK in der Ergotherapie

Voraussetzung:

  • Ein Rezept über Ergotherapie mit der passenden Maßnahme

Worauf sollten Sie bei der Auswahl der Praxis achten?

  • Nicht jede/r Ergotherapeut/in hat sich bereits mit den Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation vertraut gemacht. Fragen Sie danach!
  • Eine der Therapie vorausgehende gemeinsame Zielbesprechung (entweder mit dem Patienten, sofern möglich, oder den Bezugspersonen) ist ein Qualitätsmerkmal.
  • Eine UK-Maßnahme (insbesondere eine Versorgung mit einem Hilfsmittel) kann nur erfolgreich sein, wenn das Umfeld (Schule, WfbM/TAF, weitere Therapeuten, Wohnbereich, Elternhaus,...) mit einbezogen wird. Kommunikation und somit auch Unterstützte Kommunikation muss jeden Tag im Alltag stattfinden. Die Ergotherapiestunde in der Einzelsituation kann vorbereitend/ unterstützend wirken, darf aber keinesfalls die einzige Zeit des Einsatzes der Förderung mit Unterstützter Kommunikation sein.

Eine Adressenliste mit Therapeuten bzw. Praxen finden Sie unter dem Menüpunkt Service - Therapeuten für UK.


Für Therapeuten

Ergotherapie und UK sind das nicht zwei getrennte „Therapien"?

Es gibt zwei Definitionen, die diese Frage beantworten:

- Definition der UK im Buch „Praxis Unterstützte Kommunikation" von Ursi Kristen:

„UK ist der Oberbegriff für alle pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten bei Menschen ohne Lautsprache bezwecken."

→ also auch Ergotherapie

- Die Erklärung „Ergotherapie?" auf der Homepage des DVE (Link DVE):

„Ergotherapeuten helfen und begleiten Menschen jeden Alters, die durch Krankheit, Behinderung oder Alter in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind und Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben haben. Ergotherapie zielt darauf ab, die Selbständigkeit der betroffenen Menschen zu erhöhen, sodass der Alltag in Beruf, Schule und Familie wieder so unabhängig wie möglich bewältigt werden kann."

→ also auch UK: denn neben Mobilität, Selbstversorgung und Lernen fällt sicherlich jedem zum Thema Handeln und Grundbedürfnisse die Kommunikation ein. Kommunikation findet überall und ständig statt. Sie ist eine Grundvorrausetzung für Handeln und selbstbestimmtes Leben. Denn ohne Kommunikation ist eine aktive „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben" nicht möglich.

Gemeinsamkeiten UK/ Ergo:

  • beide Disziplinen betrachten den Menschen ganzheitlich und arbeiten ressourcenorientiert
  • beide haben das Ziel, dass der Betroffene möglichst selbstbestimmt und unabhängig leben kann
  • beide orientieren sich an Modellen, die die verbesserte Teilhabe am Leben als zentrales Ziel ansehen (das Partizipationsmodell in der UK, die ICF in der Ergotherapie)
  • beide müssen, um ihr Ziel zu erreichen, eine umfassende und ganzheitliche Erhebung der Fähigkeiten in vielen Bereichen durchführen
  • beide müssen, um einen Transfer in den Alltag zu sichern, eng mit den Bezugspersonen der Betroffenen zusammenarbeiten

Die Überschneidungen zeigen:

In der Ergotherapie ergeben sich durch die Methoden der UK für die Therapeuten ganz neue Möglichkeiten. Umgekehrt ist das Wissen der Ergotherapeut/innen (natürlich auch das der anderen Therapien wie Logopädie und Physiotherapie) für die UK besonders wichtig. Zusätzlich können viele Abschnitte einer Versorgung durch die Ergotherapeuten/innen begleitet oder von ihnen übernommen werden.

Welche Aufgaben übernehmen die Ergotherapeuten/innen im Prozess der UK-Intervention?

  1. UK als Inhalt der Ergotherapie / Einzelförderung
  2. Erstellung und Adaption des Hilfsmittels
  3. Koordination der UK-Maßnahme
  4. Informationen geben im interdisziplinären Team bei der Entscheidung über eine Versorgung / Befundung erstellen
  5. Begleitung der Erprobung von Hilfsmitteln
  6. Aktualisierung der Hilfsmittel
  7. Training mit dem Hilfsmittel

Wichtig ist immer, dass die Erkenntnisse und Entwicklungen mit den Bezugspersonen besprochen und durch diese ergänzt und weitergeführt werden. Außerdem müssen Erhebungen im Alltag und nicht nur in der Einzelfördersituation stattfinden.

Denn Kommunikation findet im Alltag ständig statt und nicht ein- bis zweimal pro Woche in der Ergotherapieeinheit!