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uk & forschung

Die "uk & forschung" erscheint einmal jährlich zum Jahresende als wissenschaftliche Beilage der Zeitschrift Unterstützte Kommunikation.

Für Mitglieder der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation und für Abonennt*innen ist sie im bezug der Zeitschrift enthalten, kann aber auch einzeln beim von Loeper Verlag bestellt werden.

 Download der deutsch- und englischsprachigen Abstracts der Ausgaben 1 bis 6

uk&forschung _6

Anna Lena Grans

Intersubjektive Austauschprozesse und die Entwicklung von Bedeutungsträgern am Beispiel von Intensive Interaction Zusammenhänge von Emotionen und Sprache in der Unterstützten Kommunikation

Zusammenfassung

Die aktuelle Forschung verweist auf einen engen Zusammenhang von Emotionen und Sprache, dessen Zusammenspiel in diesem Artikel aufgegriffen und auf das interdisziplinäre Fachgebiet der Unterstützten Kommunikation (UK) übertragen wird. Mit Emotionen im Fokus wird die interaktionistische Sichtweise um die intersubjektive Perspektive erweitert. Dabei gilt die intersubjektive Spieglung von beziehungsstiftenden Emotionen als Motor für die Sprach- und Kommunikationsentwicklung, welche sich durch die Innate Intersubjectivity Theory von Colwyn Trevarthen begründen lässt. Damit ist es ein neurobiologischer Hintergrund, der das Zusammenspiel von Emotionen und Sprache erklärt. Die intersubjektive Perspektive wird am Beispiel der Methode Intensive Interaction nach Dave Hewett und Melanie Nind beschrieben. So zeigt sich zum einen eine Verbindung von Emotionen und Sprache für die UK und zum anderen werden die Notwendigkeit der Theoriebildung sowie das stetige Abgleichen von Theorie und Praxis thematisiert.

Intersubjective exchange processes and the development of signs
An example of Intensive Interaction Relationships between emotions and language inAugmentative and Alternative Communication

Abstract

This article discusses the current research into the relationship between emotions and language in relation to the field of augmentative and alternative communication (AAC). It is argued that with the focus on emotion, the interactionist perspective expands to the intersubjective perspective of linguistic development. This is because intersubjective mirroring of relationship-creating emotions are considered as a medium for developing language and communication, which is consistent with the Innate Intersubjectivity Theory by Colwyn Trevarthen. The theory explains the relationship of emotion and language on a neurobiological background. Intensive Interaction developed by Dave Hewett and Melanie Nind is an example of using an intersubjective perspective in AAC. Finally the article considers the conjunction of emotions and language for AAC, while discussing the necessity of theorising and the need for a constant balance between theory and practice.

Anna Lena Grans

Humboldt-Universität zu Berlin

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Prof. Dr. Jens Boenisch

Dr. Karolin Schäfer

UK-Beratung – und dann?

Zur Notwendigkeit einer weiterführenden Begleitung nach der UK-Beratung – Evaluationsergebnisse der UK-Beratungsstelle am FBZ-UK der Universität zu Köln

Zusammenfassung

Der vorliegende Artikel beschreibt die Ergebnisse einer Studie zur Qualität der Versorgung nach der UK-Beratung an der Beratungsstelle des Forschungs- und Beratungszentrums für Unterstützte Kommunikation (FBZ-UK) an der Universität zu Köln. Es werden Ergebnisse einer Evaluation von 92 Fragebögen zur UKBeratung vorgestellt, die jeweils sechs Monate nach der UK-Beratung an die Klienten ausgegeben wurden und Fragen zur Qualität der UK-Hilfsmittelversorgung und der anschließenden UK-Förderung enthielten. Deutlich wird die Notwendigkeit einer qualifizierten Begleitung unterstützt kommunizierender Klienten und ihrer Bezugspersonen auch nach Durchführung der Beratung und Hilfsmittelversorgung, damit Kommunikationshilfen und didaktische Konzepte sinnvoll in den Alltag integriert und Förderziele erreicht werden können.

AAC Consultation - and how to proceed?

The Need for further Support after AAC Consultation–Results and Evaluation of a Survey of the AAC2 Consultation Centre at the FBZ-UK, University of Cologne, Germany

Abstract

This article informs about the results of a survey on the quality of service delivery and therapeutic care after AAC consultation at the AAC Research and Consultation Centre (FBZ-UK), University of Cologne (Germany). The study analyses 92 questionnaires, which were sent to respective clients six months after the AAC consultation. An evaluation of the questionnaires clearly indicates the need for further qualified support after the AAC consultation and delivery of communication aids for the clients and their caretakers. Extended support by qualified professionals is expected to facilitate the integration of communication aids and teaching strategies into everyday life and to improve communication outcomes.

Prof. Dr. Jens Boenisch

Dr. Karolin Schäfer

Universität zu Köln

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Benita Richter

Die Rolle von Einzelfallhelfern im Implementierungsprozess der
Unterstützten Kommunikation

Zusammenfassung

Einzelfallhelfer fördern und unterstützen Kinder und Jugendliche, die ihre Kommunikationsbedürfnisse nicht allein durch die Verbalsprache erfüllen können. Dieser Artikel untersucht die Rolle von Einzelfallhelfer bei der Implementierung von Unterstützter Kommunikation (UK). Dabei haben qualitative Interviews umfangreiche Erkenntnisse über ihre Tätigkeiten, Erfahrungen und Einstellungen geliefert. Die Interviews wurden hinsichtlich der Rahmenbedingungen, Handlungskompetenzen und Zusammenarbeit von Einzelfallhelfer analysiert. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung von Einzelfallhelfer bei der Implementierung von Unterstützter Kommunikation. Sie halten Kontakt und stellen Verbindung zu dem sozialen Netzwerk des Klienten, bestehend aus Familienmitgliedern, Lehrkräften, Therapeuten und anderen her. Dennoch sind sie keine UK-Experten und Kooperation, berufliche Anerkennung und Interventionsziele fehlen, um das Potenzial der Einzelfallhilfe voll ausschöpfen zu können. Ergebnisse individueller, zwischen-menschlicher und struktureller Art werden anhand des Berufsbildes Einzelfallhelfer diskutiert und Handlungsempfehlungen für die Forschung und Behindertenhilfe gegeben.

The role of case workers in the process of implementing augmentative and alternitive communication (AAC)

Abstract

Case workers assist and help children and adolescents who cannot meet their communication needs through natural speech alone. This article describes the role of case workers in the process of implementing augmentative and alternative communication (AAC) methods. Qualitative interviewing offered rich insights into case workers‘ activities, experiences and attitudes. The interviews were transcribed and thematically analyzed regarding the general framework, action competences and collaborations of case workers. Findings revealed their significance for the implementation of AAC. Case workers make contact and stay in touch with the clients‘ social network consisting of family members, teachers, therapists and others. Nevertheless, they are no AAC experts and often cannot tap their full potential due to a lack of cooperation, professional recognition and intervention objectives. Discussion on the study’s findings refers to individual, interpersonal and structural aspects of the profession as a case worker and gives recommendations for further research and the social welfare system as well.

Benita Richter

Humboldt-Universität zu Berlin

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Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse
Jacqueline Kostka, Cosima Nellen, Sema Olukcu, Leevke Wilkens

Individuelle Wege in der Unterstützten Kommunikation

Im diesjährigen Projektstudium des Bachelorstudiengangs Rehabilitationspädagogik der TU Dortmund arbeitete eine Gruppe von zehn Studierenden mit fünf Erwachsenen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen, um mit Hilfe eines Interventionskonzepts die Kommunikationsentwicklung dieser zu untersuchen.

Technische Universität Dortmund
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 uk&forschung _5

 Dr. Diana Schmidt-Pfister

Lautsprachunterstützende Gebärden in der UK: Kulturkapsel(n)und die beginnende Wirkung von Grenzobjekten

Wandel und Kontinuität, Kultur und Individuum, Wissen und Handeln, Mensch und Technologie – diese Spannungsbögen sind in sich komplex und stets miteinander verwoben, wenn es um Prozesse der Verstetigung und Infragestellung von Standards geht. Die kulturanthropologische und wissenssoziologische Forschung arbeitet mit diversen analytischen Konzepten zur Durchdringung solcher multifaktorieller Dickichte. Die Positionierung und Nutzung verschiedener Sammlungen lautsprachunterstützender Gebärden (LUG) für Menschen mit geistiger Behinderung ist ein solches sozio-technologisches Dickicht. Die Kombination zweier Konzepte – epistemische Kulturen (Knorr Cetina 1999) und Grenzobjekte (boundary objects) (Bowker und Star 1999; Star 2010) – kann zum besseren Verständnis der (Eigen)Dynamiken dieses Feldes verhelfen. Beide Konzepte entspringen einer langjährigen, fallvergleichenden und qualitativ forschenden Tradition der Science and Technology Studies (STS). Die Entstehung des Mosaiks von Gebärdensammlungen für Menschen mit geistiger Behinderung zeigt sich aus dieser Sicht als ein geradezu typisches Fallbeispiel einer Entwicklung heterogener Standards, welche nicht konfliktfrei ist und dennoch verbindend wirkende Grenzobjekte birgt.

Dr. Diana Schmidt-Pfister

Universität Konstanz

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Prof. Dr. Michael Wahl

Prof. Dr. Gregor Renner

Prof. Dr. Karin Terfloth

Prof. Dr. Wolfgang Lamers

Unterstützte Kommunikation in Förder- und Betreuungsgruppen:

Bedarf an Aus-, Fort- und Weiterbildungen – Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung

Abstract

Über den Bedarf an Unterstützter Kommunikation (UK) für Menschen mit komplexen Behinderungen in nachschulischen Förder- und Betreuungsgruppen (FuB) liegen bisher keine belastbaren Daten vor. Daher wurde 2014 eine deutschlandweite Bedarfserhebung als Onlineumfrage UK-FuB durchgeführt. In diesem Beitrag soll ein erster Überblick über die Qualifikation des Personals in Förder- und Betreuungsgruppen hinsichtlich Unterstützter Kommunikation gegeben werden. Die Ergebnisse zeigen, dass der hohe UK-Bedarf in den FuB-Einrichtungen durch die Personal-Qualifikationen nicht ausreichend abgedeckt wird und hierbei ein Mangel bzw. Handlungsbedarf an angemessener Wissensvermittlung bezüglich UK in den Aus-, Fort- und Weiterbildungen der Mitarbeiter der Einrichtungen besteht.

Prof. Dr. Michael Wahl

Humboldt-Universität zu Berlin

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Prof. Dr. Gregor Renner

Katholische Hochschule Freiburg

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Prof. Dr. Karin Terfloth

Pädagogische Hochschule Heidelberg

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Prof. Dr. Wolfgang Lamers

Humboldt-Universität zu Berlin

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Prof. Dr. Ingo Bosse

Leevke Wilkens

Etablierung, Implementierung und Vernetzung:

UK in Wohn- und Werkstätten der Dortmunder Behindertenhilfe –

eine Projektstudie zu Barrieren und Förderfaktoren

Zusammenfassung

Die Etablierung, Implementierung und Vernetzung von Unterstützter Kommunikation in ausgewählten Bereichen der Dortmunder Behindertenhilfe wird durch eine Methoden- und Perspektiventriangulation in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung eines Trägers, in einem Tagesförderbereich einer Wohneinrichtung eines anderen Trägers und in einem UK- Büro, das als dezentrale Einheit der WfbM auch ein Kooperationsprojekt beider Träger ist, untersucht. Dazu wurden Experteninterviews, eine Gruppendiskussion und teilnehmende Beobachtungen durchgeführt. Die vergleichende Datenerhebung hat Bewusstsein und Wissen zu Unterstützter Kommunikation, wie auch die institutionellen Strukturen als zentrale Faktoren herausgearbeitet. Im Folgenden werden neben dem Vorgehen und den Ergebnissen auch die daraus zu ziehenden Konsequenzen in Form von Handlungsempfehlungen vorgestellt. Das Besondere der Studie ist, dass sie im Rahmen des Projektstudiums im dritten Studienjahr des Bachelor- Studiengangs Rehabilitationspädagogik an der TU Dortmund von der Projektgruppe Unterstützte Kommunikation durchgeführt wurde. In enger Zusammenarbeit mit Partnern der Dortmunder Behindertenhilfe konnte sich die 12köpfige Studierendengruppe mit fachlicher Begleitung zwei Semester ausschließlich diesem Forschungsprojekt widmen.

Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse

Technische Universität Dortmund

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uk&forschung _4

Prof. Dr. Andrea Erdélyi

Prof. Dr. Ingeborg Thümmel

They know it, but they don´t do it

Forschungsergebnisse zu Barrieren und Förderfaktoren in Bildungssystemen für Schüler mit komplexen Kommunikationsbeeinträchtigungenaus der Sicht von deutschen Lehrkräften, Erziehern und Schulbegleitungen

Zusammenfassung

Im Rahmen des deutsch-ungarischen Forschungsprojektes „Wie kann die Förderung mit dem Förderkonzept der Unterstützten Kommunikation (UK) von Schülern mit komplexen Kommunikationsbeeinträchtigungen in (inklusiven) Bildungseinrichtungen gelingen?“ wurden erste Ergebnisse der Experteninterviews von 16 deutschen und 12 ungarischen Pädagogen ausgewertet. Die Ergebnisse überraschen insoweit, als die Pädagogen in beiden Ländern eindeutig Barrieren und Förderfaktoren für eine gelingende Umsetzung von UK nennen, die vom schulischen Umfeld selbst zu verantworten und demnach auch zu beeinflussen sind. In Anbetracht der Ergebnisse der Interviews sind die Erfahrungender Experten die, dass sich im Praxisfeld wirkmächtige Barrieren und Förderfaktoren verorten lassen, die über den Erfolg der Umsetzung von UK entscheiden. Im Folgenden berichten wir über die deutschen Ergebnisse und ihre Konsequenzen.

Professor Dr. Andrea Erdélyi

Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg

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Professor Dr. Ingeborg Thümmel

Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg

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Jonas Münz, Kamilla Münz

Prof. Dr. Jens Boenisch, Melanie Willke

Lese- und Schreibkompetenzen unterstützt kommunizierender Schüler im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung

 Abstract

Die Kompetenz, Lesen und Schreiben zu können, stellt in einer Informations- und Kommunikationsgesellschaft die zentrale Voraussetzung für Bildung sowie soziale, gesellschaftliche und kulturelle Partizipation dar. Insbesondere für unterstützt kommunizierende Menschen mit Körperbehinderungen, die auf alternative und Distanz überwindende Kommunikationsmedien angewiesen sind, öffnet sich mit sicheren Schriftsprachfähigkeiten das „Tor zur Welt“. Bisher liegen in Deutschland kaum Konzepte zum Schriftspracherwerb bei unterstützt kommunizierenden Kindern vor (Sachse 2008). Werden sie in diesem Bereich überhaupt gefördert, und wenn ja, mit welchem Erfolg? Die bislang völlig unzureichende Forschungslage war Anlass für die im Folgenden vorgestellte Studie. Sie hat die Lese- und Schreibkompetenzen von 150 körperbehinderten Kindern und Jugendlichen, die komplexe Kommunikationsmittel im Alltag nutzen, erfasst. Die Ergebnisse zeigen anhand einer Einteilung in Lese- und Schreibstufen ein differenziertes Bild zum Schriftspracherwerb unterstützt kommunizierender Kinder und Jugendlicher mit Körperbehinderung. Ferner erfolgt eine Analyse zum Einfluss von Kommunikationsmitteln und Fördersettings auf den Erfolg im Schriftspracherwerb. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung in NRW.

Prof. Dr. Jens Boenisch, Melanie Willke

Universität zu Köln

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uk&forschung _3

Prof. Dr. Jens Boenisch

Kernvokabular im Kindes- und Jugendalter

Vergleichsstudie zum Sprachgebrauch von Schülerinnen und Schüler mit und ohne geistige Behinderung und Konsequenzen für die UK

Abstract

Die Vokabularauswahl spielt eine wesentliche Rolle für das professionelle Handeln in der Sprachförderung von unterstützt kommunizierenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sprachförderung in der UK impliziert neben der Kommunikationsverbesserung immer auch den Aspekt der Kognitionsförderung, denn die Förderung des Wortschatzes (Semantik, Lexik) unterstützt die Denkentwicklung. Allerdings ergibt sich in der Bereitstellung des Vokabulars für unterstützt kommunizierende Menschen ein Dilemma: Das zur Verfügung gestellte Vokabular sollte auf der einen Seite den Interessen und Lebensbedingungen des Nutzers entsprechen, auf der anderen Seite sollte es aber auch in spontanen Kommunikationssituationen flexibel einsetzbar sein. Der Anspruch, dass das Vokabular bei begrenzter Anzahl an Feldern auf der Kommunikationshilfe sowohl individuell abgestimmt als auch universell einsetzbar sein soll, erschwert die Auswahl des Vokabulars und die Gestaltung von Kommunikationsoberflächen enorm. Die Interessen der Person sind oft bekannt und relativ einfach auf den Kommunikationshilfen abbildbar. Demgegenüber ist universelles, flexibel einsetzbares Vokabular eine nicht geklärte Größe – weder inhaltlich noch vom Umfang. Der Rückgriff auf Häufigkeitslisten gesprochener Sprache ermöglicht hier einen ersten Zugang zum universellen Vokabular. Allerdings basieren bisherige Wortlisten gesprochener deutscher Sprache vor allem auf den Vorschulbereich (vgl. Boenisch/Sachse 2007) oder auf Schriftsprachanalysen (z.B. Zeitungen, Bücher; vgl. hierzu u.a. Veröffentlichungen des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim und die Wortlisten auf dem Wortschatzportal der Universität Leipzig). Die Schriftsprache unterscheidet sich in Wortwahl und Grammatikgebrauch jedoch deutlich von der Lautsprache, so dass diese Listen nur begrenzt für eine alltagsangemessene Sprachförderung von unterstützt kommunizierenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzbar sind.

Vor dem Hintergrund der ersten größeren Wortschatzuntersuchung mit körperbehinderten und nicht behinderten Kindern in deutschen Kindergärten (Boenisch/Sachse 2007) stellt die hier vorliegende Studie weitere Ergebnisse aus neuen Analysen gesprochener Alltagssprache von Schülern/-innen in der Allgemeinen Schule und von Schülern/-innen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung vor, vergleicht sie miteinander und leitet grundlegende Konsequenzen für die Sprachförderung von unterstützt kommunizierenden Kindern mit und ohne geistige Behinderung ab. Es werden folgende Fragen beantwortet: Inwieweit unterscheiden sich die am häufigsten gesprochenen Wörter von nicht behinderten Kindern und von Kindern mit geistiger Behinderung im Schulalter? Inwiefern wirkt sich eine geistige Behinderung auf die Rangfolge der gesprochenen Wörter in den Häufigkeitslisten aus? Inwiefern verändert sich der Anteil der Wortarten im Verlauf der Wortlisten und wie groß ist der Unterschied in der Nutzung verschiedener Wörter zwischen der Gruppe der nicht behinderten und der geistig behinderten Kinder und Jugendlichen?

Die Ergebnisse haben unmittelbar Einfluss auf die Sprachförderung, insbesondere auf die Vokabularbereitstellung für unterstützt kommunizierende Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne geistige Behinderung.

Prof. Dr. Jens Boenisch

Universität zu Köln

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Kerstin Nonn

Gesucht wird eine Lokomotive, die den Spracherwerb zieht:

Das sozialpragmatische Spracherwerbsmodell von Michael Tomasello als theoretisches Bezugssystem für Unterstützte Kommunikation

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uk&forschung _2

Ruth Sarimski

Diagnostikverfahren TASP: Eine Evaluationsstudie

Sprachtherapeutin MA

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Dr. Johannes Hennies

Schnittstellen zwischen gebärdensprachlicher Mehrsprachigkeit und Unterstützter Kommunikation (UK)

Universität Bremen

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Silvio Wagner

Prof. Dr. Klaus Sarimski

Entwicklung des Wortschatzes für Gebärden und Worte bei Kindern mit Down-Syndrom im Verlauf

 „Gebärdenunterstützte Kommunikation“ wird in der Frühförderung von Kindern mit Down-Syndrom und anderen angeborenen Behinderungsformen als Methode zur Unterstützung der Sprachanbahnung diskutiert. Daten zum Verlauf des Wortschatzerwerbs von Gebärden und gesprochenen Wörtern, die bei 18 Kindern mit Down-Syndrom erhoben wurden, stützen diese Empfehlung

Pädagogische Hochschule Heidelberg

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Dr. Marion Krause-Burmester

Umgang und Einsatz von Gebärden bei Kindern mit Down Syndrom

Gibt es einen Einfluss auf die Sprachentwicklung?

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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uk&forschung _1

Prof. Dr. Reinhard Krüger

homo significans: Der Mensch als Zeichenerzeuger

Förderung kommunikativer Kompetenzen und die neurologischen Grundlagen des Lernens bei Menschen mit ASS

 Universität Stuttgart

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Dr. Brita Schirmer

Das Kommunizieren lernen

Besonderheiten im Kommunikationsverhalten von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung und therapeutische Konsequenzen

 Wie Reinhard Krüger in seinem Beitrag bereits erwähnt hat, kommt es bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen zu Abweichungen in der Funktionsweise des Gehirns, die u. a. zu Einschränkungen der kommunikativen Kompetenzen führen. In welchem Maße diese beeinträchtigt sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Die Ausprägungen reichen vom Ausbleiben der Entwicklung einer differenzierten verbalen Sprache mit zugleich stark eingeschränkten nonverbalen Kommunikationsmöglichkeiten bis hin zu spezifischen, aber auf den ersten Blick gar nicht auffälligen Beeinträchtigungen im Sprachgebrauch und -verständnis bei zugleich gut entwickeltem Wortschatz und fehlerfreier Grammatik. Im Folgenden werden einige der ersten Auffälligkeiten im kommunikativen Verhalten eines kleinen Kindes mit Autismus-Spektrum-Störung näher erläutert und auf der Grundlage der bisherigen Überlegungen zur Funktionsweise des menschlichen Gehirns therapeutische Konsequenzen abgeleitet.

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